Pflanzengesundheit und mögliche Krankheiten

Die meisten Veränderungen an frisch gesetzten Pflanzen sind keine Krankheit. Braune Nadeln, gelbe oder abgeworfene Blätter, einzelne dürre Triebe – dahinter steckt in den allermeisten Fällen Wasser, Boden oder Umsetzstress, nicht ein Pilz oder ein Schädling. Diese Seite hilft Ihnen, das auseinanderzuhalten, bevor Sie zu einem Mittel greifen, das gar nicht wirken kann.

Die zwei Tests, die fast jede Frage beantworten

Bevor Sie überlegen, was der Pflanze fehlt: Machen Sie diese zwei Prüfungen. Sie kosten zwei Minuten und entscheiden, ob abgewartet, nachgebessert oder ersetzt werden muss.

TEST 1

Ankratzprobe – lebt der Trieb noch?

Mit dem Daumennagel oder einem Messer die Rinde an einem Zweig hauchdünn abschaben. Nicht schneiden, nur ankratzen.

Bei größeren Gehölzen an mehreren Stellen testen: an einer Astspitze, in der Kronenmitte und unten am Stamm. So finden Sie heraus, ab wo die Pflanze noch lebt.

Grün darunter: Der Trieb lebt. Auch wenn er kahl ist – abwarten, nicht entfernen.

Braun und trocken: Dieser Teil ist abgestorben. Bis ins grüne Holz zurückschneiden.

TEST 2

Neuaustrieb – kommt etwas nach?

Suchen Sie nach frischem Wuchs: helle Triebspitzen, neue Blattknospen, bei Bambus neue Halme direkt aus dem Boden, bei Eibe und Kirschlorbeer hellgrüne Spitzen am Rand.

Neuaustrieb ist das verlässlichste Zeichen dafür, dass die Wurzel arbeitet – wichtiger als das Aussehen des alten Laubs.

Austrieb vorhanden: Die Pflanze wächst an. Altes braunes Laub fällt von selbst ab.

Über Wochen gar nichts: Wurzelproblem. Weiter bei „Standort & Pflege“.

Ein Sonderfall: Bambus. Bambus wächst nicht wie ein Strauch von oben weiter, sondern schiebt neue Halme aus dem Boden. Braune Blätter an den alten Halmen sagen deshalb wenig aus. Entscheidend ist einzig, ob unten neue Triebe kommen.

Schnelldiagnose: Was Sie sehen und was meist dahintersteckt

Suchen Sie die Zeile, die Ihrem Bild am nächsten kommt. Die Detailerklärungen stehen weiter unten.

Das sehen Sie Häufigste Ursache Was jetzt zu tun ist
Laubgehölz wirft nach der Lieferung viele Blätter ab Umsetzstress – die normalste Reaktion überhaupt Nichts. Gleichmäßig wässern, nicht düngen. Der Austrieb kommt.
Einzelne gelbe Blätter zwischen gesundem Laub Natürlicher Blattwechsel oder kurzfristiger Stress Unbedenklich. Beobachten.
Nadeln werden von innen und unten her braun, Trieb bleibt biegsam Wurzelschaden durch Staunässe Gießmenge reduzieren, Abzug prüfen, Boden abtrocknen lassen.
Blattränder vertrocknet, Blätter eingerollt, Boden staubtrocken Trockenstress Selten, aber durchdringend wässern. Nicht täglich ein bisschen.
Eine einzelne Pflanze in einer sonst gesunden Hecke wird komplett braun Wurzelfäule, Bodenverdichtung oder Bohrschädling an genau dieser Stelle Wurzelbereich aufgraben und prüfen. Pflanze ersetzen, Bodenpunkt verbessern.
Kahle Triebe, aber Holz unter der Rinde grün Verzögerter Austrieb – die Pflanze lebt Abwarten. Nicht roden.
Runde Flecken mit dunklem Rand, später Löcher im Blatt Blattfleckenpilz (bei Kirschlorbeer: Schrotschuss) Befallenes Laub entfernen und im Restmüll entsorgen, nicht kompostieren. Bei vermehrtem Auftreten am Neuaustrieb: Fungizidspritzung.
Halbmondförmige Kerben am Blattrand Dickmaulrüssler (Käferfraß) Optisch. Kritisch sind die Larven an der Wurzel. Gut bekämpfbar mit Nematoden.
Triebspitzen wie verbrannt, schwarz, hakenförmig gekrümmt – an Apfel, Birne, Weißdorn, Cotoneaster, Felsenbirne, Feuerdorn Feuerbrandverdacht Nicht schneiden. Meldepflicht – siehe eigener Abschnitt.
Feiner heller Sprenkel auf den Blättern, zarte Gespinste Spinnmilben, meist nach heißer trockener Phase Kräftig abbrausen, Pflanze nicht zusätzlich in Trockenstress bringen.
Klebrige Blätter, verkrüppelte junge Triebe Blattläuse Abspritzen genügt meist. Nicht stickstoffbetont düngen.
Pflanze steht noch im Liefertopf und vertrocknet trotz Gießen Wurzelballen im engen Container, Wasser läuft außen vorbei Sofort auspflanzen oder in ein deutlich größeres Gefäß umsetzen.

Schadbilder, die ständig verwechselt werden

Die ersten vier Aufnahmen zeigen alle denselben Kirschlorbeer – und vier völlig verschiedene Ursachen. Wer den Unterschied am Blatt erkennt, weiß auch, ob überhaupt etwas zu tun ist. Direkt darunter folgen die Fälle, die schlimm aussehen und trotzdem keine Maßnahme brauchen.

Kirschlorbeerblätter mit runden rotbraunen Flecken und herausgefallenen Löchern durch Schrotschusskrankheit
Handeln sinnvoll
Schrotschusskrankheit (Pilz)

Runde rotbraune Flecken mit hellem Hof. Das abgestorbene Gewebe fällt heraus – übrig bleiben Löcher mit braunem Rand. Für die Pflanze meist unbedenklich; bei starkem Befall am Neuaustrieb ist eine Fungizidspritzung zu empfehlen.

Kirschlorbeerblätter mit halbmondförmigen Kerben am Blattrand durch Dickmaulrüsslerfraß
Handeln sinnvoll
Dickmaulrüssler (Käferfraß)

Halbmondförmige Kerben vom Blattrand her, die Blattfläche selbst bleibt heil. Der Fraß ist rein optisch. Wichtig sind die Larven an der Wurzel – gut bekämpfbar mit Nematoden.

Kirschlorbeerhecke mit braun vertrockneten Blatträndern und Blattspitzen
Handeln sinnvoll
Blattrand vertrocknet (Wurzelproblem)

Braun von der Spitze und vom Rand herein, die Blattmitte bleibt länger grün. Keine Krankheit, sondern eine gestörte Wasserversorgung: Staunässe, Trockenheit, Salz oder ein Kiesbelag, der Hitze zurückstrahlt.

Hellgrün vergilbte Kirschlorbeerblätter an einer Pflanze im Liefercontainer
Handeln sinnvoll
Hellgrün bis gelb (Pflanze steht noch im Topf)

Gleichmäßig aufgehellte Blätter bei durchnässtem Ballen. Im Liefercontainer sind die Nährstoffe nach einigen Wochen ausgewaschen, und der enge Topf hält Nässe. Auspflanzen löst das, nicht Düngen.

Glanzmispel Red Robin mit dunklen Blattflecken und aufgehellten Blättern
Handeln sinnvoll
Blattflecken an der Glanzmispel

Dunkelrote bis violette Flecken auf aufgehellten Blättern, später Vergilbung und Blattfall. Begünstigt durch feuchte Witterung, dichten Stand und Laub, das nicht abtrocknet. Befallenes Laub entfernen, für Luft sorgen, nicht über Kopf gießen.

Standort und Pflege: die häufigsten Ursachen

Das sind keine Krankheiten. Es sind Bedingungen, unter denen die Pflanze nicht arbeiten kann – und sie erklären den überwiegenden Teil aller Schäden, die uns geschildert werden.

Staunässe – der häufigste Einzelgrund

Zu viel Wasser ist schädlicher als zu wenig. Stehen die Wurzeln dauerhaft nass, bekommen sie keine Luft, die Feinwurzeln sterben ab und die Pflanze vertrocknet, obwohl der Boden feucht ist. Genau das führt zu Verwirrung: Es wird noch mehr gegossen, und der Schaden wird größer.

  • Richtig gießen: selten, dafür durchdringend. Zwischen zwei Wassergaben muss der Untergrund abtrocknen können.
  • Testen Sie einmal, wie lange Ihr Boden dafür braucht. Bei schwerem, lehmigem Boden können das viele Tage sein, bei sandigem wenige.
  • Automatische Tropfsysteme prüfen: Trifft der Schlauch wirklich den Wurzelbereich? Läuft er zu oft und zu kurz? Ein Tropfschlauch, der täglich zehn Minuten läuft, hält nur die obersten Zentimeter nass und ist beides zugleich – Staunässe oben, Trockenheit unten.
  • Pflanzloch als Wanne: Wurde in verdichteten Boden ein Loch gegraben und mit lockerer Erde gefüllt, sammelt sich dort das Wasser. Bei schwerem Boden großzügig auflockern und für Abzug sorgen.

Trockenstress

Frisch gesetzte Gehölze haben ihre Feinwurzeln noch nicht im umgebenden Boden. Blattränder vertrocknen, Blätter rollen ein, bei Nadelgehölzen bleicht die Nadel von der Spitze her aus. Wichtig ist die Wassermenge pro Gang, nicht die Häufigkeit: Das Wasser muss bis unter den Ballen kommen, sonst wachsen die Wurzeln gar nicht erst nach unten.

Umsetz- und Lieferstress

Jede verpflanzte Pflanze verliert Wurzelmasse. Sie gleicht das aus, indem sie Laub abwirft – teilweise das gesamte. Das sieht dramatisch aus und ist bei Laubgehölzen völlig normal, besonders bei Lieferung in der warmen Jahreszeit. Ebenso normal: Bei Ballenware und bei großen Solitären dauert der Austrieb im ersten Jahr länger, mitunter bis weit in den Frühsommer.

Vlies, Kies und Rindenmulch direkt an der Pflanze

Unter Unkrautvlies und einer Kiesschicht kommt beim Gießen kaum Wasser an, und der Boden erwärmt sich stark. Junge Pflanzen leiden darunter erheblich. Lassen Sie den Wurzelbereich frei, bis die Pflanze eingewurzelt ist. Mulch ist gut – aber locker, nicht direkt an den Stamm gehäuft und nicht unter einer Sperrschicht.

Bewässerung über Kopf

Regner, die das Laub benetzen, begünstigen Blattpilze und hinterlassen bei Sonne Brennflecken. Gegossen wird an den Wurzelbereich, nicht über die Krone.

Verdichteter oder aufgeschütteter Boden

Wo mit Bagger oder Maschinen gearbeitet wurde, ist der Untergrund oft so verdichtet, dass Wasser weder versickert noch Wurzeln durchkommen. Typisch ist dann, dass in einer Hecke ausgerechnet die paar Pflanzen an einer bestimmten Stelle ausfallen und der Rest gut wächst. Dort hilft nur, den Boden auf Pflanzlochgröße wirklich tiefgründig zu lockern und auszutauschen.

Frost, Wind und Wintersonne

Immergrüne verdunsten auch im Winter Wasser. Ist der Boden gefroren, können sie nichts nachliefern – die Folge sind braune Nadeln oder Blätter im Spätwinter, oft nur auf der Wetterseite. Spätfrost kann den frischen Austrieb treffen, ohne dass die Pflanze insgesamt Schaden nimmt. An zugigen Standorten werfen auch Immergrüne wie die Glanzmispel Laub ab.

Nährstoffmangel und zu langer Aufenthalt im Liefercontainer

Werden Pflanzen nach der Lieferung wochenlang im Topf stehen gelassen, werden die Nährstoffe im begrenzten Substrat aufgebraucht und beim Gießen ausgewaschen. Die Blätter hellen dann gleichmäßig auf – erst hellgrün, dann gelblich, während die Blattadern länger grün bleiben. Gleichzeitig ist der Ballen im engen Topf dauerhaft nass. Setzen Sie die Pflanze aus, statt zu düngen: Im Gartenboden reguliert sich das von selbst. Muss sie im Gefäß bleiben, gehört sie in ein deutlich größeres mit frischem Substrat.

Dünger und Salz

Zu viel Dünger, besonders im Sommer und direkt an den Ballen, verbrennt Wurzeln. Streusalz und Hundeurin verursachen an Heckenpflanzen scharf abgegrenzte braune Bereiche entlang von Wegen. Frisch gesetzte Gehölze brauchen im ersten Jahr in der Regel keine Düngung, sondern Wasser.

Faustregel: Zeigen mehrere Pflanzen an derselben Stelle Schäden, liegt es fast immer am Boden oder am Wasser. Zeigen sich Schäden verstreut über den ganzen Bestand und gleichmäßig, ist eher Witterung oder ein Erreger im Spiel.

Pilzkrankheiten

Pilze brauchen fast immer eine Vorschädigung oder anhaltende Nässe. Wer Standort und Wasserführung in Ordnung bringt, erledigt damit den Großteil der Pilzprobleme.

Blattfleckenkrankheiten

Runde bis unregelmäßige Flecken, oft mit dunklem Rand und hellerem Zentrum. Betroffene Blätter vergilben und fallen ab. Der Befall beginnt typischerweise unten in der Pflanze, weil Regentropfen die Sporen von Blatt zu Blatt spritzen. Begünstigt wird er durch feuchtes Frühjahrswetter, dichten Stand und Laub, das nicht abtrocknet.

Schrotschusskrankheit am Kirschlorbeer

Ein Sonderfall der Blattfleckenkrankheit an Prunus-Arten. Es entstehen rötliche bis braune Flecken; das abgestorbene Gewebe fällt heraus, sodass die Blätter aussehen wie von Schrot durchsiebt. Der Erreger überwintert an erkrankten Trieben und infiziert im Frühjahr das junge Laub – ältere Blätter werden kaum noch befallen. Feuchte, kühle Frühjahre begünstigen den Befall stark.

Gegenmaßnahmen: befallenes Laub abnehmen und heruntergefallenes aufsammeln, stark befallene Triebe herausschneiden, Schnittwerkzeug zwischendurch desinfizieren, Schnittgut nicht kompostieren. Für Luft und Abtrocknung sorgen, nicht über Kopf gießen.

Für die Pflanze ist der Befall meist unbedenklich – eine kräftige Hecke nimmt davon praktisch nie dauerhaften Schaden. Bei vermehrtem Auftreten, vor allem am Neuaustrieb, ist eine Fungizidspritzung zu empfehlen.

Entomosporium-Blattbräune an der Glanzmispel

Kleine rote Punkte, die sich zu Flecken mit dunklem Rand ausweiten, später Vergilbung und Blattfall. Fließen die Flecken zusammen, entstehen größere braune Blattpartien. Auch hier gilt: feuchte Witterung, dichter Wuchs, fehlende Abtrocknung. Nicht jeder rote Fleck auf einer Photinia ist allerdings dieser Pilz – rötliche Verfärbungen entstehen bei der Glanzmispel auch als reine Stressreaktion nach Umpflanzen, Frost oder auf zu nassem Boden.

Wurzel- und Stammfäule (Phytophthora, Pythium)

Bodenbürtige Erreger, die durch Staunässe geradezu eingeladen werden. Typischer Verlauf: erst nachlassendes Wachstum, dann fahlgrüne Färbung einzelner Äste oder der ganzen Pflanze, dann rasches Braunwerden – und das trotz guter Wasserversorgung. Am Wurzelhals ist die Rinde verbräunt, die stärkeren Wurzeln sind dunkel und weich. Häufig beginnt es mit einzelnen Pflanzen und breitet sich in der Hecke auf die Nachbarn aus.

Gegenmaßnahmen: Heilung ist nicht möglich. Befallene Pflanzen samt Wurzeln entfernen, an der Stelle Boden austauschen, Drainage herstellen und beim Nachpflanzen darauf achten, dass der Ballen nicht zu tief sitzt. Bei wiederkehrenden Ausfällen ist ein Wechsel auf eine Art, die den Standort verträgt, sinnvoller als das dritte Nachsetzen derselben Pflanze.

Triebsterben an Nadelgehölzen (Pestalotiopsis, Kabatina, Didymascella)

Braune Triebspitzen und einzelne verbräunte Schuppenblätter, oft mit scharfer Grenze zwischen gesundem und totem Gewebe, teilweise mit schwarzen Sporenlagern. Diese Pilze sind überwiegend Schwächeparasiten: Sie brauchen eine vorgeschädigte Pflanze, etwa nach Trockenstress oder Wurzelschaden. Betroffene Triebe herausschneiden, Schnittgut entsorgen, und vor allem die eigentliche Schwächeursache abstellen.

Wichtig zu wissen: Thuja treibt aus altem Holz kaum wieder aus. Eine einmal braun gewordene Stelle bleibt daher lange sichtbar, auch wenn die Pflanze längst wieder gesund ist. Eibe, Liguster und Kirschlorbeer verzeihen einen Rückschnitt dagegen sehr gut.

Schädlinge

Dickmaulrüssler

Der wirtschaftlich bedeutendste Schädling an Ziergehölzen. Der etwa einen Zentimeter große, nachtaktive Käfer frisst halbmond- bis buchtenförmige Kerben in die Blattränder – bevorzugt an Kirschlorbeer, Ilex und anderen Laubgehölzen. Dieser Fraß ist ein Schönheitsfehler, mehr nicht.

Gefährlich sind die Larven im Boden: Sie fressen zuerst die Feinwurzeln, später auch stärkere Wurzeln und schälen die Rinde am Wurzelhals. Die Pflanze welkt und stirbt ab, obwohl gegossen wird. Wer im Wurzelbereich gräbt, findet weiße, gebogene, beinlose Larven mit brauner Kopfkapsel.

Gegenmaßnahmen: Die Larven lassen sich biologisch mit Nematoden bekämpfen, die einfach mit der Gießkanne ausgebracht werden. Sinnvolle Zeitfenster sind Frühjahr und Spätsommer bis Herbst, wenn der Boden ausreichend warm und feucht ist. Käfer können abends abgesammelt werden.

Spinnmilben

Feine helle Sprenkel auf der Blattoberseite, bei starkem Befall zarte Gespinste in den Achseln. Treten nach heißen, trockenen Phasen auf, besonders an geschützten, windstillen Stellen und an Koniferen. Kräftiges Abbrausen und eine gleichmäßige Wasserversorgung nehmen dem Befall die Grundlage.

Blattläuse

Sitzen an jungen Trieben und Blattunterseiten, verursachen verkrüppelte Triebspitzen und klebrigen Honigtau, auf dem sich später schwarzer Rußtaubelag bildet. Meist ausreichend: abspritzen und auf stickstoffbetonte Düngung verzichten, die den weichen Austrieb erst attraktiv macht. Solange das Holz gesund ist und die Pflanze treibt, ist selbst eine dichte Kolonie unproblematisch – Nützlinge kommen dem Befall in der Regel von selbst nach.

Borkenkäfer an Zypressengewächsen

Wenn in einer sonst gesunden Thuja- oder Scheinzypressenhecke einzelne Pflanzen innerhalb kurzer Zeit komplett braun werden und vertrocknen, lohnt der Blick unter die Rinde: Rindenbrütende Käfer bringen den Saftstrom zum Erliegen. Befallene Pflanzen entfernen und das Holz nicht im Garten lagern.

Wühlmäuse

Die Pflanze lässt sich mit der Hand leicht aus dem Boden ziehen, die Wurzeln sind glatt abgenagt. Meist an Obstgehölzen und jungen Bäumen. Beim Nachpflanzen Wurzelschutzkörbe verwenden.

Sieht schlimm aus – ist es nicht

Die folgenden drei Bilder führen bei uns am häufigsten zu einer Reklamation, und in allen drei Fällen ist die richtige Maßnahme: nichts tun. Es lohnt sich, die eigene Alarmschwelle daran zu eichen.

Kirschlorbeerhecke mit einzelnen gelben und orangefarbenen Blättern zwischen gesundem Laub
Nichts zu tun
Kirschlorbeer stößt altes Laub ab

Einzelne gelbe bis orange Blätter zwischen kräftigem Grün, oft während der Blüte und Fruchtbildung. Der Kirschlorbeer wirft laufend ältere Blätter aus dem Inneren ab und ersetzt sie. Ein Zeichen von Wachstum, nicht von Krankheit.

Kirschlorbeer mit starkem Blattfall, viele gelbe Blätter am Strauch und am Boden, Triebe und Neuaustrieb gesund
Nichts zu tun
Und selbst so noch unbedenklich

Massiver Blattfall nach dem Umsetzen: gelbe Blätter am Strauch und am Boden. Entscheidend ist nicht das Laub, sondern das Holz – Triebe grün unter der Rinde, Neuaustrieb an den Spitzen. Die Pflanze reduziert ihre Blattmasse auf das, was die Wurzel gerade versorgen kann.

Kolonie schwarzer Blattläuse an der Blattunterseite eines Laubgehölzes
Nichts zu tun
Blattlauskolonie an der Blattunterseite

Aus der Nähe dramatisch, für ein gesundes Gehölz aber unproblematisch. Solange das Holz gesund ist und die Pflanze treibt, richtet der Befall keinen bleibenden Schaden an. Marienkäfer und Schwebfliegen regeln das meist innerhalb weniger Wochen selbst.

Die Reihenfolge beim Beurteilen ist immer dieselbe: zuerst das Holz, dann der Neuaustrieb, erst zuletzt das Laub. Blätter sind das, was eine Pflanze am schnellsten opfert und am schnellsten ersetzt – sie sind der unzuverlässigste Anhaltspunkt von allen.

Harmlos, wird aber regelmäßig für einen Schädling gehalten

Zwei Beobachtungen führen bei uns besonders oft zu Rückfragen – und beide sind völlig normale Pflanzenmerkmale.

Blattunterseite eines Kirschlorbeers mit kleinen dunkelroten Blattdrüsen entlang der Mittelrippe
Nichts zu tun
Blattdrüsen am Kirschlorbeer – kein Befall

Kleine rote bis dunkelbraune Pünktchen an der Blattunterseite, meist paarweise nahe der Mittelrippe.

Blatt einer immergrünen Ölweide mit natürlichem silbrig-weißem Schuppenbelag
Nichts zu tun
Silbriger Belag der Ölweide – kein Pilz

Feine weiße Punkte auf Blatt und Trieb, die sich nicht abwischen lassen.

Blattdrüsen an der Blattunterseite

Kirschlorbeer trägt an der Unterseite jedes Blattes einige kleine Drüsen, meist zwei bis sechs Stück in der Nähe des Blattgrundes beidseits der Mittelrippe. Frisch sind sie grünlich, später färben sie sich rot bis dunkelbraun und wirken dann wie aufgesetzte Punkte. Das führt regelmäßig zu der Vermutung, es handle sich um Schildläuse, Eier oder Gallmilben.

Es sind Nektardrüsen: Die Pflanze scheidet dort Zucker aus und lockt damit Ameisen und Nützlinge an, die sie im Gegenzug von Fraßfeinden freihalten. Ein völlig normales Organ, das jedes gesunde Blatt hat.

So unterscheiden Sie es sicher: Blattdrüsen sitzen immer an derselben Stelle, sind gleichmäßig angeordnet und lassen sich nicht abkratzen – sie sind Teil des Blattgewebes. Schildläuse dagegen sitzen unregelmäßig verstreut, bevorzugt entlang der Blattadern und an Trieben, und lassen sich mit dem Fingernagel abheben. Darunter zeigt sich dann eine feuchte Stelle.

Weißer Belag auf Blättern der Ölweide

Die immergrüne Ölweide (Elaeagnus) ist am ganzen Trieb mit winzigen Schuppenhaaren besetzt. Sie geben dem Blatt den typischen silbrigen Schimmer, sitzen auf der Blattoberseite als feine weiße Punkte und auf der Unterseite dicht an dicht; an jungen Trieben sind sie bräunlich und lassen die Rinde wie mit Rost überzogen aussehen. Das ist ein Sortenmerkmal, kein Belag und schon gar kein Mehltau – es muss nichts unternommen werden.

So unterscheiden Sie es sicher: Die Schuppenhaare sind fest mit dem Blatt verbunden und lassen sich nicht abwischen. Sie sind von Anfang an da, gleichmäßig über das ganze Blatt verteilt und über alle Pflanzen hinweg identisch. Echter Mehltau dagegen liegt mehlig-weiß und fleckig auf, tritt zuerst an weichen jungen Trieben auf, breitet sich über Wochen aus und lässt sich mit dem Finger abstreifen.

Feuerbrand: der eine Fall, bei dem Sie melden müssen

Feuerbrand ist in Österreich meldepflichtig. Jeder Verdacht ist der Gemeinde beziehungsweise dem zuständigen Pflanzenschutzdienst zu melden. Für Menschen ist die Krankheit vollkommen ungefährlich – für Obstbau, Baumschulen und Streuobstbestände ist sie es nicht.

Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht und befällt Rosengewächse mit Apfelfrucht: Apfel, Birne, Quitte, Weiß- und Rotdorn, Cotoneaster, Feuerdorn, Felsenbirne, Eberesche, Mispel und Aronia. Nadelgehölze, Kirschlorbeer, Eibe, Bambus oder Liguster sind keine Wirtspflanzen.

Symptome: Blüten und Triebspitzen welken plötzlich und verfärben sich schwarzbraun, als wären sie verbrannt. Charakteristisch ist die hakenförmig nach unten gekrümmte Triebspitze. Die abgestorbenen Blätter bleiben hängen. Bei feuchtem Wetter tritt milchiger Bakterienschleim aus.

Was zu tun ist: nichts abschneiden, nichts wegwerfen, den Verdacht melden. Das weitere Vorgehen legt der Sachverständige fest. Der Erreger wird über Insekten verbreitet, aber auch über Werkzeug, Schuhe und Kleidung – unsachgemäßes Schneiden verschleppt die Krankheit. Verwechslungen mit Pilzkrankheiten und Frostschäden sind häufig, deshalb gilt: melden statt selbst entscheiden.

Was bei welcher Pflanze typisch ist

Thuja, Zypresse, Wacholder

Typische Meldung: „Die Hecke wird von unten braun.“

Nadelgehölze reagieren empfindlich auf zu viel Wasser und auf verdichteten Boden. Braun von innen und unten heraus deutet auf die Wurzel, nicht auf einen Blattpilz. Zypressen sind zusätzlich empfindlich gegen Vlies und Kies im Wurzelbereich – beides sollte weg, bis die Pflanze angewurzelt ist.

Weil Thuja aus altem Holz kaum nachtreibt, bleiben braune Stellen lange sichtbar. Werden einzelne Pflanzen in einer sonst intakten Hecke komplett braun, denken Sie an Wurzelfäule oder Rindenbrüter, nicht an die ganze Hecke.

Erste Maßnahme: Gießrhythmus prüfen. Untergrund zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen.

Eibe (Taxus)

Typische Meldung: „Ein paar Eiben in der Hecke sterben ab, der Rest wächst gut.“

Genau dieses Muster – einzelne Ausfälle an bestimmten Stellen bei sonst gutem Bestand – weist fast immer auf den Boden hin: eine verdichtete Zone, ein Punkt, an dem Wasser steht oder zu schnell abläuft. Eiben brauchen durchlässigen Boden, vertragen aber keine dauerhafte Nässe.

Eiben sind außerdem eine bevorzugte Wirtspflanze des Dickmaulrüsslers. Lässt sich eine welkende Pflanze leicht bewegen, den Wurzelbereich auf Larven kontrollieren.

Gute Nachricht: Eiben treiben auch aus altem Holz wieder aus. Ein beherzter Rückschnitt ist möglich.

Kirschlorbeer und Ilex

Typische Meldung: „Einzelne Pflanzen gehen kaputt, Blätter werden braun und bekommen Löcher.“

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden: Löcher mit braunem Rand sind Schrotschusskrankheit, Kerben am Blattrand sind Käferfraß. Beides ist selten lebensbedrohlich.

Gefährlicher ist Nässe. Kirschlorbeer und Ilex brauchen durchlässigen Boden. Ilex reagiert zusätzlich empfindlich, wenn Steine oder Kies direkt um den Stamm liegen – das gehört entfernt.

Braune, hängende Blätter unmittelbar nach der Lieferung sind meist eine Stressreaktion und erholen sich rasch.

Glanzmispel (Photinia Red Robin)

Typische Meldung: „Die Pflanzen sind dünn und haben Flecken.“

Die Glanzmispel wirft an windigen Standorten und nach dem Umsetzen Laub ab und sieht dann vorübergehend licht aus. Solange Neuaustrieb sichtbar ist, wächst sie wieder dicht zu – ein Rückschnitt fördert die Verzweigung sogar.

Rote bis braune Blattflecken können Entomosporium-Blattbräune sein, sind aber ebenso oft eine reine Stressreaktion auf Frost, Umpflanzung oder zu nassen Boden. Bevor Sie ein Mittel einsetzen: Standort prüfen. Die Glanzmispel will humosen, frischen, gut durchlässigen Boden.

Liguster, Hainbuche, Buche, Blütensträucher

Typische Meldung: „Nach der Lieferung sind fast alle Blätter abgefallen.“

Das ist die normale Reaktion auf den Standortwechsel und kein Mangel. Die Ankratzprobe zeigt, dass das Holz grün ist. Sommergrüne Hecken bauen im ersten Jahr Wurzeln auf und treiben danach kräftig durch.

Braune, scharf abgegrenzte Bereiche entlang von Wegen deuten auf Streusalz oder Hundeurin, nicht auf eine Krankheit.

Bambus

Typische Meldung: „Der Bambus geht trotz Gießen bei der Hitze ein.“

Hitze allein ist für Bambus kein Problem. Zu viel Wasser dagegen schon – ein dauerhaft nasser Standort ist die häufigste Ursache für Ausfälle. Eingerollte Blätter am Mittag sind normaler Verdunstungsschutz und kein Alarmzeichen; entscheidend ist, wie die Pflanze morgens aussieht.

Beurteilen Sie einen Bambus nur nach dem Neuaustrieb am Boden. Kommen dort neue Spitzen, ist alles in Ordnung, auch wenn die alten Halme unschön sind. Kommt über Wochen nichts, während die Nachbarpflanzen austreiben, ist diese Pflanze verloren.

Ältere, eingewachsene Horste mit braunem Laub brauchen meist Nährstoffe: Bambus- oder Rasendünger im Frühjahr, altes Holz ausdünnen.

Bäume und Solitärgehölze

Typische Meldung: „Der Baum treibt nicht richtig aus, ein Teil der Äste ist dürr.“

Große verpflanzte Bäume verlieren viel Wurzelmasse und brauchen mitunter ein bis zwei Jahre, bis sie voll durchtreiben. Häufig sterben einzelne Triebe oder ganze Kronenpartien ab, während der Rest lebt.

So gehen Sie vor: Ankratzprobe an mehreren Stellen – Astspitze, Kronenmitte, Stamm. Ist der Stamm grün und sind nur die Astenden braun, kürzen Sie die Krone auf das grüne Holz zurück. Der Baum baut daraus eine dichtere Krone auf, als er vorher hatte. Ist auch der Stamm auf ganzer Länge braun, ist er abgestorben.

Weitere Punkte: Pflanzloch großzügig, mindestens etwa 1 × 1 × 1 m bei größeren Bäumen, mit guter Erde verfüllt. Baumstangen sichern gegen Windwurf, das Anbindematerial muss aber spätestens im Herbst kontrolliert und rechtzeitig entfernt werden, damit es nicht einwächst. Wassersäcke oder ein Gießrand helfen mehr als häufiges kurzes Gießen.

Ziergräser

Typische Meldung: „Die Gräser sind nach kurzer Zeit vertrocknet.“

Gräser stehen im Liefercontainer sehr dicht durchwurzelt. Bleiben sie darin, läuft Gießwasser außen am Ballen vorbei, ohne ihn zu durchfeuchten – die Pflanze verdurstet, obwohl gegossen wird. Deshalb: Gräser nach der Lieferung zügig auspflanzen oder in ein deutlich größeres Gefäß setzen, etwa 30 bis 40 cm Durchmesser.

Vertrocknete Halme dürfen bis knapp über den Boden eingekürzt werden; aus dem Horst kommt neuer Austrieb.

Wenn eine Pflanze nicht angewachsen ist

Melden Sie sich am besten sofort, wenn Ihnen etwas auffällt – nicht erst nach Wochen. Je früher wir es sehen, desto eher lässt sich gegensteuern, und desto besser können wir beurteilen, was passiert ist.

Was uns hilft, schnell zu entscheiden

  • Ein Foto der gesamten Pflanze und eines von der betroffenen Stelle aus der Nähe.
  • Ein Foto der Nachbarpflanzen zum Vergleich – wächst der Rest gut, ist es ein Standortpunkt.
  • Das Ergebnis der Ankratzprobe: grün oder braun, und ab welcher Höhe.
  • Wie bewässert wird: wie oft, wie lange, mit Schlauch, Kanne oder Tropfsystem.
  • Bestellnummer oder Rechnungsnummer.

Wie wir vorgehen

Ist eine Pflanze tatsächlich abgestorben, liefern wir Ersatz. Bei Ausfällen im Sommer setzen wir den Ersatz bewusst erst nach der Hitzeperiode, meist ab Herbst: Eine im August gesetzte Ersatzpflanze hat schlechtere Karten als dieselbe Pflanze im Oktober. Der Herbst ist ohnehin die bessere Pflanzzeit.

Nicht als Anwachsschaden gelten Schäden, die durch Staunässe, fehlende oder falsche Bewässerung, mechanische Verletzung, Streusalz oder Wildverbiss entstanden sind, sowie einzelne braune Triebe an einer sonst gesunden Pflanze.

Sie sind sich nicht sicher? Schicken Sie uns Fotos an mail@marchfeldpflanzen.at. Wir schauen uns das an und sagen Ihnen ehrlich, ob abgewartet, nachgebessert oder ersetzt werden soll.